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Die koreanische Wandertanne

abies bodhidharmis, endemisch vorkommend im Hochland von Nordkorea, ist ein in mehrerlei Hinsicht überaus interessantes Gewächs. Exotisch vor allem betreffend ihrer Vermehrung, denn es handelt sich um den einzigen bekannten Baum, der sich nicht durch Samen vermehrt, sondern über sogenannte Wandersprosse.'


Zunächst wächst der Baum ganz normal, bis er nach etwa 18 Jahren eine Höhe von 4-6 Metern erreicht hat. Ab diesem Zeitpunkt wird der Ligningehalt des Stammes abgebaut, wodurch das Holz relativ weich und elastisch wird, und das Gewicht seiner Krone nicht mehr tragen kann. Folge ist, dass sich die koreanische Wandertanne immer mehr zur Seite neigt, bis schließlich der Stamm, der bei diesem Prozess in seltenen Fällen auch brechen kann, am Boden aufliegt.


Nunmehr beginnen die physiologisch jüngsten Teile der Pflanze, also die Äste und der zarte Stamm der Krone, neue Wurzeln zu treiben. Damit tritt die Entwicklung des Baumes in eine neue Phase: Die Krone richtet sich wieder auf und wächst normal weiter, während der alte Stamm abstirbt und vermodert. Dieser Prozess wiederholt sich, wie schon gesagt, alle 16 bis 20 Jahre, je nach Klima, Zusammensetzung des Bodens oder anderer Faktoren, z.B. Wildfrass, so daß der Baum im Laufe seines langen Lebens fortwährend herumwandert, freilich in sehr langen Zeiträumen.


Dennoch hat man geschätzt, daß die koreanische Wandertanne, sollte es ihr gelingen, den Altair zu überwinden, in etwa 15000 Jahren Europa erreichen könnte.